Arle ist ein Ortsteil der Gemeinde Großheide im ostfriesischen Landkreis Aurich in Niedersachsen. Die früher selbständige Gemeinde wurde mit dem Gemeindereformgesetz vom 1. Juli 1972 zu Großheide eingemeindet.
Geographie
Zu Arle, im Kern ein geschlossenes Haufendorf, gehören die Streusiedlungen Ostarle, Ostergaste, Dreesche, Komper, Neuis, Beemoor und Südarle. Diese Ortsteile sind untereinander in West-Ost-Richtung durch zwei Kreisstraßen und in Nord-Süd-Richtung durch eine Kreisstraße verbunden. Das Gemeindegebiet umfasst 1228 Hektar und beherbergt etwa 1100 Einwohner.
Geschichte
Das am Rande der Geest gelegene Arle war bereits im 12. Jahrhundert eine dem erzbischöflichen Stuhl zu Bremen unterstellte Propstei, allerdings unter dem Namen Erle. Zum Unterschied des benachbarten Münsterschen Gebietes waren ihre Pröpste keine reichen Edelleute, sondern amtierende Geistliche. Die St. Bonifatius-Kirche wurde in dieser Zeit aus Tuffstein auf einer hohen Warft erbaut.
Ein Turm zu Arle wurde 1408 unter den Burgen genannt, die damals von den Hamburgern mit Unterstützung durch Keno tom Brok eingenommen wurden. Später gehörte die Burg Hebe, der Tochter Lütet Attenas, und deren Sohn Keno. Über dessen Tochter Sophie kam die Burg 1545 an das Geschlecht der Howerda, die alleiniger Besitzer von Arle wurden. 1613 erwarb Focko Beninga Dreesche wahrscheinlich durch Kauf. Der Besitz wechselte jedoch 1717 an die Freiherren von Wedel und 1786 an das Haus Innhausen und Knyphausen zu Lütetsburg. Der kleine Schild im Wappen ist jenes der Beninga zu Grimersum.
Wappen
Persönlichkeiten
In Arle geboren wurden:
- Johann Conrad Freese (1757–1819), preußischer Verwaltungsbeamter und ostfriesischer landeskundlicher Schriftsteller
- Albrecht Oepke (1881–1955), evangelischer Theologe
- Harm Bengen (* 1955), Cartoonist
Arle ist das Heimatdorf des Vaters des Spieleautors Uwe Rosenberg, der dem Ort mit dem 2-Personenspiel Arler Erde ein „Denkmal“ setzte.
Literatur
- Robert Noah: Die Kirche St. Bonifatius in Arle (Ostfriesische Kunstführer, Heft 5). Aurich 1983
- Brigitte Müller: Dorfschule im 19. Jahrhundert: Arle in Ostfriesland. In: Regionale Schulgeschichte. Band 5. BIS – Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg 1994, ISBN 978-3-8142-0495-6.
- Heimatverein för`t Karkspill Arle (Hrsg.): Arle 1106–2006. Spurensuche: Beiträge zur Geschichte der Bonifatius-Kirche und des Kirchspiels Arle. Eigenverlag, Aurich 2006.
Weblinks
- Beschreibung von Arle in der Historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
- Gemeinde Großheide, Ortsteil Arle
- Alte Fotos aus Arle, Großheide, Eversmeer und Berumerfehn
Einzelnachweise




